Direkt zum Hauptbereich

Mysteriöser Betrugsversuch beim Dresdner Jobcenter: Betrüger versucht Hartz-IV umzuleiten

 Mit offenbar illegal erhaltenen Daten hat ein Betrüger versucht, die Hartz-IV-Zahlungen eines Dresdner Arbeitslosen umzuleiten.

Wie DNN-Online erfuhr, erhielt ein Kunde des Jobcenters plötzlich Post. Die Änderung seiner Kontodaten sei bestätigt.

Nur: Der Betroffene hatte gar keine Änderungen veranlasst.

Offenbar hatte der Betrüger Name, Adresse und auch die Bedarfsgemeinschaft-Nummer (BG-Nummer) des Dresdners in die Hände bekommen und schriftlich beim Jobcenter das Konto ändern lassen. Dass die Unterschrift nicht übereinstimmte, fiel bei der Menge von Post nicht auf. Erst durch das Bestätigungsschreiben flog der Betrugsversuch auf.


Wie genau der Täter an die Daten kam, bleibt unklar.

Laut DNN-Recherche wurde zunächst intern vermutet, der Betrüger könnte die Daten über die Jobcenter-Handy-App erhalten haben. Arbeitsagentur-Sprecherin Grit Winkler hält das jedoch für ausgeschlossen.


 „Von der App werden keine Anwender erfasst. Durch die App wird lediglich der mobile Zugriff auf die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ermöglicht“, teilte sie auf Anfrage mit. Die BG-Nummer sei über das Programm nicht auslesbar.

„Weder in Sachsen noch übergreifend ist bisher ein solcher Fall bekannt“, so Winkler weiter.

Quelle:

Kommentare

  1. Kann es sein das Daten über Leistungsberechtigte durch bewilligte Lebensmittelgutscheine an Dritte geraten sind?
    Denn, dort werden BG Nr. Name und Anschrift geb. Datum ersichtlich und können nur gegen Vorlage des Personalausweisen eingelöst werden. Eine wildfremde Aushilfskassiererin ist also berechtigt all meine persönlichen Daten einzusehen!? Widerspricht das nicht den Datenschutzrichtlinien? Habe gerade den Bundesdatenschutzbeauftragten angeschrieben das er sich darum kümmern möge.
    Manfred Meier
    Herne

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Versicherungspauschale von 30 EUR nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO kann von einem einzelnen Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft nur einmal abgezogen werden.

§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO

Landessozialgericht Baden-Württemberg Urteil vom 06.06.2011, - L 1 AS 4393/10 -


Die Versicherungspauschale von 30 EUR nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO kann von einem einzelnen Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft nur einmal abgezogen werden(BSG, Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 51/09 R-; Rdnr. 4).


Eine erneute Berücksichtigung scheidet auch dann aus, wenn eine sog. gemischte Bedarfsgemeinschaft vorliegt und Einkommen eines nichtbedürftigen Mitglieds einem bedürftigen Mitglied der Bedarfsgemeinschaft zugerechnet wird.

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=144213&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=


Anmerkung: 1. Vom Einkommen volljähriger Hilfebedürftiger ist ein Betrag in Höhe von 30 Euro monatlich für die Beiträge zu privaten Versicherungen, die nach Grund und Höhe angemessen sind, gemäß § 11 Abs 2 Nr 3 SGB II als Pauschbetrag abzusetzen (§ 6 Abs 1 Nr 1 Alg II-V ). Diese Pauschale in Höhe von 30 Euro ist ohne jede…

Kann ein Leistungsbezieher nach dem SGB II für seinen unangemessenen Stromverbrauch keine Gründe benennen, muss das Jobcenter seine Stromschulden nicht übernehmen.

Rechtsgrundlage für den geltend gemachten Anspruch ist § 22 Abs. 8 des Sozialgesetzbuchs Zweites Buch (SGB II). Danach können Schulden übernommen werden, sofern Leistungen für Unterkunft und Heizung erbracht werden und soweit die Schuldübernahme zur Sicherung der Unterkunft oder zur Behebung einer vergleichbaren Notlage gerechtfertigt ist.


Sie sollen übernommen werden, wenn dies gerechtfertig und notwendig ist und sonst Wohnungslosigkeit einzutreten droht. Vermögen nach § 12 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB II ist vorrangig einzusetzen. Geldleistungen sollen als Darlehen gewährt werden.

 Die Rechtfertigung der Schuldenübernahme ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, in den auch Billigkeitserwägungen einfließen (Beschluss des erkennenden Senats vom 2. Juni 2009 – L 14 AS 618/09 B ER).

Mit rechtskräftigem Beschluss vom 23.09.2011 hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg , - L 14 AS 1533/11 B ER - geurteilt, dass Gründe für einen "unangemessenen" Stromverbrauch in einem einstweilige…

ALG-II-Bezieher zu Kontoauskunft verpflichtet

Wer als Hartz-IV-Betroffener mit dem Folgeantrag für Arbeitslosengeld II nicht auch seine Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegt, bekomme kein Geld, beklagt ein Kalbenser. Die Mitarbeiter im Jobcenter könnten doch selbst auf die Konten schauen, täten dies aber angeblich aus Zeitmangel nicht, meint er.


Von Gudrun Oelze
Kann man in SGB-II-Behörden tatsächlich die Konten von Kunden einsehen oder von diesen verlangen, darüber genau informiert zu werden? Lässt sich das mit Bankgeheimnis und Datenschutz vereinbaren?

Doch sagt der Bundesdatenschutzbeauftragte:

Wer Leistungen nach dem SGB II beantragt, ist verpflichtet, das Jobcenter über alle Konten mit aktuellem Kontostand, erteilte Freistellungsaufträge für Kapitalerträge sowie andere Vermögensverhältnisse zu informieren, weil diese Angaben zur Prüfung der Hilfebedürftigkeit benötigt werden.
Im Zweifelsfall Anfrage bei Bundeszentralamt
Bei Zweifeln hinsichtlich Vollständigkeit der Angaben kann die SGB-II-Behörde über ein Ersuchen an das …