Direkt zum Hauptbereich

Pflege : Unterstützung für Angehörige

Die Pflegekassen bieten pflegenden Angehörigen zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten bei der Pflege zu Hause:
Mehr als zwei Drittel der pflegebedürftigen Personen werden von ihren Angehörigen zu Hause betreut. Da heißt es die oft zeitintensive Pflege mit der Familie und dem Beruf zu vereinbaren. Die Belastung ist hoch und nur wenige nehmen sich Zeit um ihre Kräfte aufzutanken. So gerät auch der pflegende Angehörige in eine Belastung, der pflegebedürftige Mensch und seine Angehörigen leiden.
Die Pflegekassen bieten als Unterstützung der pflegenden Angehörigen Entlastung durch unterschiedliche Leistungen:
  • Tagespflege:
Sie ist für berufstätige Angehörige eine Hilfe. Die Betreuung übernimmt am Tage eine Einrichtung mit therapeutischen Angeboten. Sie holt den Pflegebedürftigen ab und bringt ihn am Abend wieder nach Hause. So verbringt der Pflegebedürftige die Nacht in seiner vertrauten Umgebung und nimmt am gemeinsamen Frühstück im Kreis der Familie teil. Tagsüberhat er einen eigenen geschützten Bereich. Die Leistungen werden von den Pflegekassen, Ländern und Kommunen gefördert.
  • Nachtpflege:
Für besonders nachtaktive Pflegebedürftige kommt eher die Nachtpflege in Betracht. Sie gewährleistet die ununterbrochene Betreuung während der nachtzeit durch eine Pflegeperson. Die Angehörigen können beruhigt schlafen und sich für den kommenden Tag erholen. Die Leistungen werden von den Pflegekassen, Ländern und Kommunen gefördert.
  • Verhinderungspflege:
Sind Angehörige durch Urlaub, Krankheit oder andere zB. berufliche Verpflichtungen verhindert,  stellt die Pflegekasse für 4 Wochen eine professionelle Pflegekraft oder eine Pflegeperson bis zu 1.550 EUR pro Jahr zurVerfügung.
  • Kurzzeitpflege:
Der Pflegebedürftige kann im Wege der Kurzzeitpflege für ebenfalls maximal vier Wochen in einem Pflegeheim betreut werden. Die Pflegekassen zahlen bis zu 1.550 EUR pro Jahr.


V. Munz, Rechtsanwältin im Sozialrechtsexpertenteam

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Die Versicherungspauschale von 30 EUR nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO kann von einem einzelnen Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft nur einmal abgezogen werden.

§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO

Landessozialgericht Baden-Württemberg Urteil vom 06.06.2011, - L 1 AS 4393/10 -


Die Versicherungspauschale von 30 EUR nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 Alg II-VO kann von einem einzelnen Einkommen einer Bedarfsgemeinschaft nur einmal abgezogen werden(BSG, Urteil vom 19.10.2010 - B 14 AS 51/09 R-; Rdnr. 4).


Eine erneute Berücksichtigung scheidet auch dann aus, wenn eine sog. gemischte Bedarfsgemeinschaft vorliegt und Einkommen eines nichtbedürftigen Mitglieds einem bedürftigen Mitglied der Bedarfsgemeinschaft zugerechnet wird.

https://sozialgerichtsbarkeit.de/sgb/esgb/show.php?modul=esgb&id=144213&s0=&s1=&s2=&words=&sensitive=


Anmerkung: 1. Vom Einkommen volljähriger Hilfebedürftiger ist ein Betrag in Höhe von 30 Euro monatlich für die Beiträge zu privaten Versicherungen, die nach Grund und Höhe angemessen sind, gemäß § 11 Abs 2 Nr 3 SGB II als Pauschbetrag abzusetzen (§ 6 Abs 1 Nr 1 Alg II-V ). Diese Pauschale in Höhe von 30 Euro ist ohne jede…

ALG-II-Bezieher zu Kontoauskunft verpflichtet

Wer als Hartz-IV-Betroffener mit dem Folgeantrag für Arbeitslosengeld II nicht auch seine Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegt, bekomme kein Geld, beklagt ein Kalbenser. Die Mitarbeiter im Jobcenter könnten doch selbst auf die Konten schauen, täten dies aber angeblich aus Zeitmangel nicht, meint er.


Von Gudrun Oelze
Kann man in SGB-II-Behörden tatsächlich die Konten von Kunden einsehen oder von diesen verlangen, darüber genau informiert zu werden? Lässt sich das mit Bankgeheimnis und Datenschutz vereinbaren?

Doch sagt der Bundesdatenschutzbeauftragte:

Wer Leistungen nach dem SGB II beantragt, ist verpflichtet, das Jobcenter über alle Konten mit aktuellem Kontostand, erteilte Freistellungsaufträge für Kapitalerträge sowie andere Vermögensverhältnisse zu informieren, weil diese Angaben zur Prüfung der Hilfebedürftigkeit benötigt werden.
Im Zweifelsfall Anfrage bei Bundeszentralamt
Bei Zweifeln hinsichtlich Vollständigkeit der Angaben kann die SGB-II-Behörde über ein Ersuchen an das …

Kann ein Leistungsbezieher nach dem SGB II für seinen unangemessenen Stromverbrauch keine Gründe benennen, muss das Jobcenter seine Stromschulden nicht übernehmen.

Rechtsgrundlage für den geltend gemachten Anspruch ist § 22 Abs. 8 des Sozialgesetzbuchs Zweites Buch (SGB II). Danach können Schulden übernommen werden, sofern Leistungen für Unterkunft und Heizung erbracht werden und soweit die Schuldübernahme zur Sicherung der Unterkunft oder zur Behebung einer vergleichbaren Notlage gerechtfertigt ist.


Sie sollen übernommen werden, wenn dies gerechtfertig und notwendig ist und sonst Wohnungslosigkeit einzutreten droht. Vermögen nach § 12 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 SGB II ist vorrangig einzusetzen. Geldleistungen sollen als Darlehen gewährt werden.

 Die Rechtfertigung der Schuldenübernahme ist ein unbestimmter Rechtsbegriff, in den auch Billigkeitserwägungen einfließen (Beschluss des erkennenden Senats vom 2. Juni 2009 – L 14 AS 618/09 B ER).

Mit rechtskräftigem Beschluss vom 23.09.2011 hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg , - L 14 AS 1533/11 B ER - geurteilt, dass Gründe für einen "unangemessenen" Stromverbrauch in einem einstweilige…