15.11.2013, 06:42 Uhr
Peter
Hartz – sein Name steht für das Arbeitslosengeld II,
Langzeitarbeitslose gehen „hartzen“. Was den Namensgeber selbst ziemlich
wurmt: „Hätte ich Leutheusser-Schnarrenberger geheißen, wäre mir das
erspart geblieben.“ 
Für
die Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder hat eine Kommission um
Peter Hartz (l.) die Arbeitsmarktreformen erarbeitet. Quelle: dpa
Der
Arbeitsmarktreformer Peter Hartz sieht es als „Ironie der Geschichte“,
dass sein Name heute im Schlagwort „Hartz IV“ als Synonym für das
Arbeitslosengeld II herhalten muss. „Wir haben nie den
Langzeitarbeitslosen schaffen wollen“, sagte der frühere
VW-Personalvorstand der „Süddeutschen Zeitung“.
„Der Ansatz war ja, es ist zumutbar für die
Leute, vorübergehend mit dem Geld auszukommen, wenn sie eine Perspektive
haben“, sagt er im Rückblick auf die Sozialreformen der „Agenda 2010“
unter dem damaligen SPD-Kanzler Gerhard Schröder. „Es ist doch keine
Perspektive, wenn das Arbeitslosengeld II für ein ganzes Leben
ausreichen soll.“
Die Kernpunkte der Agenda 2010
Hartz IV
Kern der Reform war die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe zum heutigen Arbeitslosengeld II. Nur noch ein Jahr lang sollte künftig das an den früheren Lohn gekoppelte Arbeitslosengeld gewährt werden. Danach gibt es nur noch Unterstützung je nach Bedürftigkeit. Außerdem müssen Arbeitslose jeden zumutbaren Job annehmen. Gleichzeitig hat jeder Arbeitslose aber auch Anspruch auf Förderung durch die Arbeitsagentur und Jugendliche auf einen Ausbildungsplatz.Kürzungen im Gesundheitssystem
Nachhaltigkeitsfaktor
Niedriglohnsektor
Praxisgebühr
Riester-Rente
Weil
die von ihm geleitete „Regierungskommission für moderne
Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ in keine Überschrift gepasst habe,
seien daraus die „Hartz-Kommission“ und später die Reformgesetze Hartz I
bis IV geworden, schilderte der 72-Jährige. „Hätte ich
Leutheusser-Schnarrenberger geheißen, wäre mir das erspart geblieben.“
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