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Hartz-IV-Leistungen für Strom sind 20 Prozent zu niedrig



Die Energiewende wird zu einem sozialen Problem: Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox ist die monatliche Stromrechnung von Hartz-IV-Empfängern mehr als ein Fünftel höher als die staatlichen Zuschüsse.


Hamburg - Die deutsche Sozialhilfe kann die steigenden Strompreise nicht ausgleichen. Das ergeben Berechnungen des unabhängigen Vergleichsportals Verivox, die SPIEGEL ONLINE vorliegen.


Der Regelbedarf für alleinstehende Empfänger von Arbeitslosengeld II beträgt derzeit 382 Euro pro Monat. Knapp 32 Euro davon sind für Strom und Wohnungsinstandhaltungen vorgesehen. Ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 1500 Kilowattstunden Strom zahlt derzeit aber im Schnitt knapp 39 Euro pro Monat, hat Verivox ausgerechnet.

Damit sind die Leistungen für Hilfsbedürftige im Bereich Strom um mindestens 21 Prozent zu niedrig", sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox.

Schon für den Strom allein reiche das zugeteilte Geld nicht, geschweige denn für die Reparaturarbeiten in der Wohnung.

In der sogenannten Grundversorgung beträgt die monatliche Belastung im bundesweiten Schnitt sogar 42 Euro. Das sind 32 Prozent mehr als im Hartz-IV-Regelsatz vorgesehen.


Die Grundversorgung ist der einzige Tarif, zu dem Stromversorger grundsätzlich allen Kunden Elektrizität liefern müssen.

Viele Sozialhilfeempfänger bekommen nur zu diesen Konditionen Strom. Denn überregionale Stromanbieter prüfen die Bonität von Neukunden und verweigern Verbrauchern, die staatliche Unterstützung beziehen, oft einen günstigeren Vertrag.


Ausgerechnet die Belastung für Sozialhilfeempfänger dürfte sich dadurch im kommenden Jahr noch einmal deutlich verschärfen. Der Regelbedarf für Hartz-IV-Empfänger war im Januar um 8 Euro erhöht worden - was zu wenig war, um die steigenden Energiekosten auszugleichen.


Im kommenden Jahr wäre demnach eine weit größere Anpassung nötig, um die Versäumnisse aus 2013 nachzuholen.


Kommentare

  1. Hallo,

    in der Erhöhung des Regelbedarf berücksichtigt ebenfalls nicht die Erhöhung von Sekundärpreisen, durch den gestiegenen Strompreis. Hier sei zu erwähnen, dass der öffentliche Nahverkehr ebenfalls deutlich höhere Preise verlangen wird, ebenso wie Hersteller von Gütern des täglichen Bedarfs. Insbesondere dann, wenn sie nicht von der EEG-Umlage befreit wurden.

    Letztlich wird das zu Kaufkraftverlusten führen, die höher liegen dürften, als die 8,-Euro, die fürs Jahr 2013 zugestanden wurden.

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  2. "Denn überregionale Stromanbieter prüfen die Bonität von Neukunden und verweigern Verbrauchern, die staatliche Unterstützung beziehen, oft einen günstigeren Vertrag."

    Wie können Unternehmen erfahren ob Kunden staatliche Unterstützung erhalten?

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    1. Komplexe Materie. Dein Scoringwert setzt sich aus verschiedenen Parametern zusammen, unter anderem Einkommen, Ausgabeverhalten und sowas wie nicht bezahlte Rechnungen, bzw. zu spät bezahlte Rechnungen. Es ist also davon auszugehen, dass jemand mit einem niedrigem Score ein höheres Ausfallrisiko bei Verträgen darstellt. Dieses wird mit eingepreist, bzw. es wird auf einen Vertragsabschluss verzichtet.

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