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Jobcenter glauben Ärzten nicht

Bereits im April wurde bekannt, dass die Jobcenter Hartz-IV-Empfänger, die sich krank melden, stärker überprüfen wollen.

Aktuell macht sich nun die Praxis breit, in offiziellen amtlichen Schreiben Krankheitsatteste von Ärzten schon vorbeugend für unzureichend zu erklären. Eine Dienstanweisung der BfA zur Entlarvung vermeintlicher Blaumacher hat die öffentliche Wahrnehmung von Sozialleistungsempfängern ein weiteres Mal in die Richtung vermeintlich fauler und arbeitsunwilliger Leistungserschleicher gerückt.

Nun soll der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) eingeschaltet werden, der die Krankschreibungen prüfen soll. 

Lutz Hausstein weist beim Spiegelfechter jedoch darauf hin, in wessen Auftrag die MDK handelt und hält diese Praxis nicht nur für dubios, sondern für einen weiteren Schritt, um die Armen zu entmündigen und zu entrechten.
 

Kommentare

  1. ".. sondern für einen weiteren Schritt, um die Armen zu entmündigen und zu entrechten."

    Die Jobcenter versuchen immer mehr den Menschen ihre Gott gegebenen Rechte zu berauben. Dies sollte sich kein Betroffener gefallen lassen. Habt Mut und wehrt euch!

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  2. Hier wird wieder etwas verallgemeinert, das so nicht eintritt. Nur in begründeten Einzelfällen soll der MDK tätig werden. Hier ist dann § 275 Abs. 1 SGB V zu beachten.

    Auch kennt doch jeder mindetsens einen Arzt, der jemanden recht schnell krankschreibt. Dem soll entgegen gewirkt werden.

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  3. Wenn irgend ein gehobener Mitarbeiter der Bundesagentur oder ein Politiker in Richtung H-4-Empfänger etwas verlautbart, kommt gleich wieder der Beissreflex. Wie Anonym richtigt feststellt, bestehende Gesetze kann man nicht durch heftige Parolen aus der Welt schaffen.

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