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Samstag, 22. September 2012

BA-Vorstand Alt kritisiert Ein-Euro-Jobs als wirkungslos

Nachdem Programme für Arbeitslose wie ABM und Ein-Euro-Jobs dauerhaft nicht die nötige Wirkung gezeigt haben, hat die Bundesagentur für Arbeit nun Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vorgeschlagen.


Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat für eine erfolgreiche Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt staatliche Lohnzuschüsse vorgeschlagen. „All die vielen Programme, von ABM bis zum Ein-Euro-Job, haben dauerhaft nicht die gewünschte Wirkung gezeigt“, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der „Berliner Zeitung“ (Samstag). „Wir müssen darauf hinarbeiten, dass auch Menschen mit größeren Vermittlungshemmnissen eine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt erhalten.“


http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundesagentur-fuer-arbeit-ba-vorstand-alt-kritisiert-ein-euro-jobs-als-wirkungslos/7167790.html

Kommentare:

  1. Leute, laßt euch mal diesen Mist auf der Zunge zergehen - Zitat: "Nachdem Programme für Arbeitslose wie ABM und Ein-Euro-Jobs dauerhaft nicht die nötige Wirkung gezeigt haben,..."

    Seit wann gibt es diesen gesammelten Unfug schon? Seit Jahrzehnten? Und kaum sind die vergangen, kommte man in Nürnberg darauf, daß diese "Maßnahmen" Unsinn sind.
    Na dann, guten Morgen!!

    Aber es gibt da einen schwerwiegenden Widerspruch. Alt plappert hier gemäß der gängigen Propagandablase, nach welcher ABM, EEJ und anderes Gedöhns der "Wiedereingliederung" Arbeitsloser dienen sollen. - Angeblich.

    In Wirklichkeit dienen sie der Schaffung eines Billigstlohnsegments, der Entlastung der Haushalte öffentlicher und anderer Einrichtungen, und sie dienen dazu, einem gigantisch aufgeblasenen Gewerbe Geld zuzuschanzen, welches angeblich Wunder vollbringen und arbeitslosen Menschen zu nicht vorhandener Arbeit verhelfen kann.

    Ach so, ich vergaß: sie dienen auch der Disziplinierung und Bestrafung. Und der Fälschung der Statistik, weil die "Maßnahme"(zwangs)teilnehmer nach gesetzlicher Definition nicht als arbeitslos gelten.

    Auch wenn die von Alt angesprochenen "Maßnahmen" zweifellos ungeeignet sind, jemandem zu einer existenzsichernden Arbeit zu verhelfen - die Ziele Billiglohnsegment, Entlastung von Personalkosten, Bestrafung und Subventionierung der Arbeitslosenindustrie stellen nicht nur in Wahrheit die wahren Ziele dieser ganzen Schweinerei dar, sie werden mehrheitlich auch - leider - ausgeprochen gut erreicht.

    Die Klage darüber, daß ABM nicht geeignet seien, um..., ist also bigott und verlogen.

    Nehmen wir uns die zweite Kernaussage von Alt vor. Zitat: "...hat die Bundesagentur für Arbeit nun Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vorgeschlagen."
    Um, wie es heißt, deren "mangelnde Produktivität" auszugleichen. Das ganze soll angelehnt werden an Lohnkostenzuschüsse für schwerbehinderte Menschen.

    Sind doch interessante Aspekte, nicht? - (Langzeit-)Arbeitslos ist gleich Schwerbehindert. Schwerbehindert ist gleich mangelhaft produktiv.

    Und was an dieser Stelle unterschlagen wird, ist dies: Mittlerweile wird doch jede Arbeit daran gemessen, ob sie zu einem höheren geldwerten Profit desjenigen führt, der sie anbietet. Toiletten werden also zwar notgedrungen saubergemacht, um Meutereien der Toilettenbenutzer vorzubeugen. Kosten darf das aber nichts, denn schließlich verdient die Firma ihr Geld nicht mit Reinigungsarbeiten.
    Garderobenfrauen werden zwar beschäftigt, sind aber extrem lästig, weil sie nur vor und nach der Vorstellung zu tun haben, dazwischen jedoch die Zeit Schwatzen totschlagen.
    Plakatkleber müssen offenbar noch solange sein, wie noch kein Weg gefunden wurde, um die Werbekunden dazu zu bringen, nicht nur den Werbeplatz zu bezahlen, sondern auch selber dafür zu sorgen, daß ihre albernen Plakate an Ort und Stelle kommen.

    Nach dieser Geisteshaltung sind eine große Menge Arbeitsplätze ohnehin unproduktiv, dies betrifft in aller Regel einfache Arbeiten. Wird ein solcher Arbeitsplatz auch noch mit einem Arbeitehmer besetzt, dem man die Produktivität (zum Teil) abspricht, weil er vorher arbeitslos war - was bleibt für den Arbeitgeber, der dieser Logik anhängt, noch an ökonomischer Rechtfertigung übrig, den Arbeitgeber für seine Bemühungen (Und nur die ehrliche Bemühung schuldet ein abhängig Beschäftigter, nicht etwa den Erfolg!) auch noch (aus eigener Kasse) bezahlen zu sollen??

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  2. Es ergibt sich für den deutschen Arbeitsmarkt ab sofort also folgende Rangfolge der Arbeitnehmer nach Leistungsfähigkeit:
    1. Der "normale" Arbeitnehmer.
    2. Der schwerbehinderte Arbeitnehmer. (Hat auf der Habenseite Mitleid und Solidarität, seins Situation hat er an aller Regel nicht selber verschuldet.)
    3. Der (ehemals) arbeitslose Arbeitnehmer. (Gilt als am unproduktivsten, weil ihm nachgesagt wird, er habe seine Arbeitslosigkeit selber gewählt und keine Lust, verdient deswegen auch weder Mitgefühl noch Solidarität. Bekommt die einfachsten Arbeiten, wenn überhaupt, und die höchsten Lohnkostenzuschüsse.)

    Auf die Idee, daß man andere Wege beschreiten müßte, zum Beispiel eine (echte) berufliche Bildung und Weiterbildung, um wenigstens einigen Arbeitslosen aus der Misere heraushelfen zu können, darauf kommt man in Nürnberg nicht.

    Und einfache Rechenaufgaben kann oder mag man dort auch nicht lösen, denn sonst würde man sich der Erkenntnis nähern, daß alle Maßnahmen, Fortbildungen und Zuschüsse zusammen solange ein Tropfen auf den heißen Stein sind, wie die angebotenen Arbeitsplätze so wenige und die Arbeitslosen so viele sind, wie sie es eben sind.

    Ja Alt, da haste ja wieder nen janz jroßen Volltreffer jelandet, wa?
    Aachtung!!
    Weggetreten!

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