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Donnerstag, 4. April 2013

Behörde übt sich erfolgreich in Umgangssprache - Jobcenter halbiert über mehr Kundenfreundlichkeit die Klagen gegen Bescheide

Die Sozialgerichte im Land Brandenburg haben so viel zu tun wie noch nie – vor allem wegen Klagen gegen Hartz-IV-Bescheide. Aber:

Am Jobcenter Teltow-Fläming liegt das nicht mehr.

Es gab 2012 nur noch halb so viele neue Klagen gegen die Behörde mit Sitz in Luckenwalde und Zossen wie noch 2010. Das geht aus einer Statistik des Sozialgerichts Potsdam hervor. Die Zahl der betreuten Leistungsempfänger sank zugleich nur um zehn Prozent (siehe Infokasten).

Dahinter steckt also keineswegs das Wirtschaftswachstum, sondern die Kunden sind allgemein zufriedener.

Das bestätigt auch der Richter und Sprecher am Sozialgericht Moritz Bröder.

Einst war das Jobcenter TF trauriger Spitzenreiter bei den Klagen. Dann hat es die eigene Arbeitsweise – und damit das Image – verbessert. Das seit 2011 praktizierte System heiße „Mosaik Teltow-Fläming“, sagt Geschäftsführerin Christine Petzold.

Weg vom reinen Behördendeutsch hin zu mehr Verständnis für den Kunden, so die Devise. „Schon bei der Antragsabgabe und beim Erstbescheid informieren wir den Bürger, dass er sich bei Unklarheiten an uns wenden soll“, sagt Petzold, „außerdem haben wir die zugegeben furchtbar komplizierten Bescheide mit Erläuterungen versehen, die teilweise umgangssprachlich verfasst sind, damit man besser versteht, worum es im Bescheid geht.“

Ein Erfolg: Die Zahl der formellen Widersprüche gegen Bescheide ist ebenfalls drastisch gesunken.

Bei den typischen Fällen, in denen nicht alle Unterlagen vorliegen, ergehen vorläufige Bescheide.

 „Die Menschen brauchen in diesen Fällen sofort eine finanzielle Sicherheit. Danach prüfen wir die Unterlagen für den endgültigen Leistungsbescheid“, so die Behördenchefin weiter.

Auch zu Rechtsanwälten, die Widersprüche verfassen, pflege man nun einen kurzen Draht. „Ihnen ist meist daran gelegen, den Mandanten schnell zu ihrem Recht zu verhelfen.“ Einigungen ersparen Prozesse.

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Anmerkung vom Team des Sozialrechtsexperten: Nur weiter so, richtige Einstellung.

Kommentare:

  1. Zitat: "Bei den typischen Fällen, in denen nicht alle Unterlagen vorliegen, ergehen vorläufige Bescheide."

    Das soll doch nicht etwa bedeuten, daß in einem "Jobcenter" Rechtmäßigkeit und menschliches Maß eingekehrt sind? - Das wäre zu schön um wahr zu sein.

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  2. .. ein kleiner Lichtblick. Nur leider sind andere Jobcenter Lichtjahre davon entfernt die Klageflut eindämmen zu wollen.

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  3. Dem Jobcenter Teltow Fläming Luckenwalde habe ich erst mehrere Widersprücher gesendet, eine Dienstbeschwerde verfasste, und es hat sich noch nichts geändert. Das was man sagen kann sind bearbeitungszeiten lt. CallCenter von bis über ein Jahr. Fristen werden als Watrtezeit von dieser behörde betrachtet und danach eventuell bearbeitet. Der Erstantrag dauert über zwei Monate, dann ist er noch falsch. Alleine ein persönlicher Abgabetermin wird mit 30 Tagen dort veranschlagt. Diese Behörde hat den sogenanten Aufstocker im Visier, denn es werden Freibeträge und Einkommensminderungen wenn überhaupt nur so angerechnet wie Sie es wollen und nicht nach den Rechtszeichen die zur maßgabe aufgestellt wurden und öffentlich einsehbar sind. Beim Leistungskürzen ist die Behörde schnell aber bei Korrekturen dem Hilfebedürftigen werden diese nur halbherzig oder garnich bearbeitet.
    Die Ausage aus diesem Artikel sollte nochmals gründlich überdacht werden, denn hier begeht die Behörde Leistungsbetrug gegenüber dem Hilfebedürftigen mit Einkommen und Kind(ern)!

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    1. ...ich schließe mich dem Verfasser des Beitrages vom 26.3.2014 an: Im Jobcenter Teltow Fläming Luckenwalde hat man sich insbesondere auf die Fahne geschrieben, "Aufstockern" das Leben schwer zu machen. Wir selbst haben nunmehr bereits über 15 Klagen gegen diese Behörde laufen, da man Betriebsausgaben nach Ermessen anrechnet oder gar nicht und somit den Gewinn künstlich erhöht. Daraus ergibt sich dann ein viel geringerer Anspruch ALG II. Auch angemessene Miete wird nicht gezahlt, unter fadenscheinigen Ausreden.Sein Recht zu bekommen, kann Jahre dauern. Wir verachten dieses Amt mit seinen "unseriösen Machenschaften" K.N.

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